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Organisation der Nationalratswahlen: Modalitäten, Regeln und wichtigste Etappen

Es dauert mehrere Monate, um die Wahl der 200 Mitglieder des Nationalrats zu organisieren, und es sind zahlreiche Akteure involviert. (Behörden, Parteien, kandidierende Gruppierungen, Kandidatinnen und Kandidaten)

Bundeskanzlei informiert über die Regeln

Die Bundeskanzlei informiert die Kantone über die geltenden Regeln und über die Verfahren, die im Zusammenhang mit den Nationalratswahlen beachtet werden müssen. Danach ist es Sache der Kantone, diese Regeln umzusetzen und ihre Gemeinden zu instruieren, den Ablauf der Nationalratswahlen zu planen und die nötigen Kontrollen durchzuführen.

Kandidatinnen und Kandidaten, Parteien, kandidierende Gruppierungen und Auswahl der Personen

Die Parteien und weitere kandidierende Gruppen wählen in den Kantonen mit mehr als einem Nationalratssitz die Kandidatinnen und Kandidaten aus. Sie stellen die Wahllisten zusammen, die sie den Stimmberechtigten vorlegen wollen. Es können nur diejenigen Personen gewählt werden, die auf einer Wahlliste des Kantons stehen.

Anders ist die Situation in Kantonen mit nur einem Nationalratssitz: In den Kantonen Obwalden und Nidwalden können  nur diejenigen Kandidatinnen oder Kandidaten gewählt werden, die auf dem Wahlzettel stehen. In den Kantonen Uri, Glarus, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden gibt es hingegen kein zwingendes Anmeldeverfahren. Das heisst, hier kann jede stimmberechtigte Person gewählt werden.

Kandidatur als Mitglied einer Partei oder parteilose Kandidatur?
Kandidatur für den Nationalrat: Voraussetzungen und Regeln

Kantone und Bundeskanzlei kontrollieren die Wahlvorschläge

Die Kantone erhalten von den Parteien oder von den kandidierenden Gruppierungen die Wahlvorschläge mit den zur Wahl vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten. Sie kontrollieren die Wahlvorschläge und leiten sie an die Bundeskanzlei weiter. Diese überprüft alle Namen auf den Listen (bei den Nationalratswahlen 2015 waren es fast 3800 Personen). Die Bundeskanzlei kontrolliert, dass niemand gleichzeitig in zwei Kantonen kandidiert oder auf mehreren Listen aufgeführt ist. In der Schweiz hat jeder Wahlkreis, also jeder Kanton, seine eigenen Kandidatinnen und Kandidaten: Es gibt keine landesweite Liste pro Partei, sondern für jeden Kanton andere Listen und andere Kandidatinnen und Kandidaten.

Die Stimmberechtigten erhalten mindestens drei und frühestens vier Wochen vor dem Wahltag einen vollständigen Satz aller Wahlzettel per Post.

Alles bereit für die Nationalratswahl

Wenige Wochen vor dem Wahltermin: Während die Parteien und kandidierenden Gruppierungen Werbung machen und die Kandidatinnen und Kandidaten versuchen, die Stimmberechtigten für sich zu gewinnen, bieten die Gemeinden die Wahlhelferinnen und -helfer auf und stellen die Urnen für die Wahllokale bereit. Auch die Stimmberechtigten treten nun in Aktion. Sie besitzen alle nötigen Unterlagen, Informationen und Anleitungen, um zu entscheiden, wer sie die nächsten vier Jahre im Nationalrat vertreten soll.

Auf zur Nationalratswahl

Am 20. Oktober 2019 ist in allen Kantonen Wahltag. Unzählige Wahlhelferinnen und Wahlhelfer in den Gemeinden sind damit beschäftigt, die Stimmen auszuzählen. Dann übermitteln die Gemeinden die Resultate an die Kantone. Diese fassen die Resultate zusammen, veröffentlichen sie und melden sie der Bundeskanzlei.

Der Bundesrat verabschiedet in der Folge einen Bericht an den Nationalrat über die Nationalratswahlen.Der neu gewählte Nationalrat nimmt an seiner ersten Sitzung Kenntnis von diesen Bericht.