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Was mit dem Wahlzettel passiert, nachdem Sie ihn abgegeben haben

Sie haben gewählt: per Post, via Briefkasten der Gemeinde oder direkt an der Urne. Doch was passiert jetzt mit Ihrer Stimme?

Alle Wahlcouverts landen bei der Gemeinde

Die Mehrzahl der Wählerinnen und Wähler wählt per Post. Hier bringt die Post die ausgefüllten Wahlunterlagen zur Gemeinde – oder die Gemeinde holt sie bei der Post ab. Bei einer Abgabe an der Urne oder rechtzeitig in den Briefkasten der Gemeinde, landen die Unterlagen direkt bei der Gemeinde. Dabei gibt es verschiedene Sicherheitsvorkehrungen. So darf zum Beispiel nie eine Person alleine den Gemeindebriefkasten leeren.

Viele Stimmenzählerinnen und Stimmenzähler

Für die Auszählung werden die Couverts bereitgesellt. Je nach Grösse der Gemeinde braucht es für die Zählung der Stimmen grössere Räumlichkeiten wie eine Turnhalle. In Städten können mehrere hundert oder sogar über 1000 Stimmenzählerinnen und Stimmenzähler zum Einsatz kommen. Je nach Gemeinde handelt es sich um Freiwillige oder um Personen, die zufällig ausgewählt und verpflichtet wurden. Es kommt auch vor, dass eine Gemeinde an mehr als einem Ort Stimmen auszählt, oder dass eine grössere Nachbargemeinde die Stimmen auszählt.

Das Zählen kann aufwändig sein

In einem ersten Schritt öffnen die Stimmenzählerinnen und Stimmenzähler die Zustellcouverts. Sie prüfen, ob der Stimmrechtsausweis unterschrieben ist. (Ausnahmen: Kantone Basel-Stadt und Appenzell Ausserrhoden, wo keine Unterschrift nötig ist.) Ohne Unterschrift sind die Stimmen ungültig. Daher werden die verschlossenen Wahlcouverts mit den Wahlzetteln nur weitergeleitet, wenn die Unterschrift vorliegt. In einem zweiten Schritt werden auch diese Couverts geöffnet. In Kantonen, in denen die Wählenden die Wahlzettel für die National- und die Ständeratswahl ins gleiche Wahlcouvert legen müssen, gilt es jetzt, die Listen für Ständerat und Nationalrat zu trennen.
• Relativ leicht lassen sich danach die Stimmen für die Ständeratswahlen zählen. (fast überall Majorzwahlen)
•  Einfach zählbar sind auch die Stimmen für die Nationalratswahlen in Kantonen mit nur einem Sitz (Uri, Obwalden, Nidwalden, Glarus, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden).
• In allen anderen Kantonen ist das Zählen der Stimmen für die Nationalratswahlen aufwendiger (Proporzwahlen). Noch am einfachsten ist es, unveränderte Listen zu zählen. Komplizierter wird es bei abgeänderten Listen.

Wie die Resultate an den Kanton und den Bund gelangen

Auszählen der Wahlzettel der Nationalratswahlen in den Kantonen mit Proporzwahl

Sobald die Gemeinde alle Stimmen zusammengezählt hat, übermittelt sie das Resultat dem Wahlbüro im Kanton. Das kantonale Wahlbüro rechnet alle Gemeinderesultate zusammen. Danach ist klar, wer gewählt ist:

  • In den kleinen Kantonen mit nur einem Nationalratssitz (UR, OW, NW, GL, AR und AI) ist gewählt, wer die meisten Stimmen hat.
  • Bei den Ständeratswahlen ist es je nach Kanton unterschiedlich, welchen Stimmenanteil es für die Wahl braucht. Allenfalls kommt es auch zu einem zweiten Wahlgang.
  • In Kantonen mit mehr als einem Nationalratssitz erfolgt die Wahl nach Proporz. Hier gilt der Grundsatz: «Zuerst die Liste, dann die Kandidierenden.» Das heisst, zuerst gilt es zu klären, wie viele Sitze die einzelnen Listen erhalten. Anschliessend erhalten innerhalb der Listen diejenigen Kandidatinnen und Kandidaten mit den meisten Stimmen die Sitze im Nationalrat.

Schliesslich meldet das kantonale Wahlbüro die Resultate dem Bund, der die provisorischen Ergebnisse des Wahltags veröffentlicht.

Wahlzettel werden eine Zeit lang aufbewahrt

Nach dem Wahltag müssen die Kantone oder Gemeinden die Wahlzettel noch aufbewahren. Erst wenn das Bundesamt für Statistik seine Bereinigungsarbeiten abgeschlossen hat und keine Beschwerden oder Strafverfahren mehr hängig sind, können die Wahlzettel vernichtet werden.