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Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit / Schwangerschaft – Rechte und Pflichten

Was kommt für Angestellte zur Anwendung?

Meldung an den Arbeitgebenden

Wenn Sie krank sind oder infolge Schwangerschaft nicht arbeiten können, informieren Sie Ihren Arbeitgebenden. Meistens müssen Sie erst ab dem dritten Arbeitstag ein Arztzeugnis vorlegen, manchmal ab dem ersten Tag (je nach Bestimmung Ihres Arbeitsvertrags). Wenn Sie teilweise arbeitsunfähig sind, muss das Arztzeugnis Auskunft darüber geben, wie viele Stunden Sie arbeiten dürfen.

Werden Sie während Ihren Ferien krank, so müssen Sie Ihren Arbeitgebenden informieren. Für die Tage, an denen Sie krank waren und dies mit einem Arztzeugnis belegen können, müssen Sie keine Ferientage beziehen.

Lohnfortzahlung bei Krankheit

Die Arbeitgebenden sind verpflichtet, ihren Mitarbeitenden bei Krankheit für eine gewisse Zeit den Lohn zu 100 % weiter zu bezahlen. Die Mindestdauer ist gemäss Obligationenrecht OR drei Wochen im ersten Dienstjahr, nachher ist der Lohn für eine angemessene längere Zeit zu entrichten, je nach der Dauer des Arbeitsverhältnisses und den besonderen Umständen. Gemäss Gerichtspraxis richtet man sich nach der Berner-, Basler- und Zürcher-Skala. Andere Abmachungen sind möglich, sie müssen aber für die Arbeitnehmenden mindestens gleichwertig und schriftlich (im Arbeitsvertrag z.B.) oder im Normalarbeitsvertrag / Gesamtarbeitsvertrag festgelegt werden.

Krankentaggeldversicherung

Viele Arbeitgebenden schliessen eine Krankentaggeldversicherung ab, um Ihren Mitarbeitenden auch bei längeren Abwesenheiten 80 % des Lohnes bezahlen zu können. Die Prämien sind mindestens zur Hälfte von der Arbeitgeberin bzw. vom Arbeitgeber zu tragen. Bei Arbeitsunfähigkeit dauert die Lohnfortzahlung bis Sie wieder arbeitsfähig sind, maximal aber 720 Tage innerhalb von 900 aufeinander folgenden Tagen.

Konsultieren Sie Ihr Arbeitsreglement, um herauszufinden, welche Regelungen in Ihrem Betrieb gelten.

Lohnfortzahlung gemäss Berner-, Basler- und Zürcher-Skala

Kündigung während Arbeitsunfähigkeit

Wenn Sie infolge Krankheit krankgeschrieben sind, kann Ihnen Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber während dieser Zeit nicht kündigen, und zwar im ersten Dienstjahr während 30 Tagen, ab zweitem bis und mit fünftem Dienstjahr während 90 Tagen und ab sechstem Dienstjahr während 180 Tagen sowie während der Schwangerschaft und in den 16 Wochen nach der Niederkunft einer Arbeitnehmerin.

Wenn Sie während der Probezeit krank werden, geniessen Sie keinen Kündigungsschutz.

Für Selbstständigerwerbende

Als Selbstständige oder Selbstständiger sollten Sie eine Krankentaggeld-Versicherung abschliessen, welche bei Krankheit den Einkommensausfall deckt. Ratsam ist auch eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung, welche nach Ablauf der Krankentaggeldversicherung (nach 2 Jahren) eine Rente bezahlt.
Im Internet finden Sie Vergleichsdienste für Anbieter von solchen Versicherungen.

Invalidenrente

Wenn Sie länger als 30 Tage arbeitsunfähig sind, können Sie sich bei der IV-Stelle Ihres Wohnkantons zur Früherfassung anmelden. Die IV-Stelle kann dann abklären, ob eine Invalidität droht, und ob sie mit geeigneten, rasch umsetzbaren Massnahmen verhindert werden kann. Dazu gehören zum Beispiel die Anpassung des Arbeitsplatzes, Kurse, Arbeitsvermittlung oder Berufsberatung.

Bei der IV anmelden sollten Sie sich spätestens dann, wenn Sie bereits 6 Monate arbeitsunfähig waren. Denn ein allfälliger Anspruch auf eine IV-Rente entsteht frühestens 6 Monate nach der Anmeldung bei der IV. Eine Rente erhalten Sie zudem erst nach einer Wartefrist von einem Jahr ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit, und wenn der Erwerbsausfall dauerhaft über 40 Prozent liegt.

Eine Rente spricht die IV aber nur zu, wenn Sie auch mit geeigneten Massnahmen nicht mehr ins Erwerbsleben eingegliedert werden können.