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AHV-Beitragslücken

Ob erwerbstätig oder nicht: Die Beiträge an die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) müssen bezahlt werden. Die Beitragspflicht von Erwerbstätigen erstreckt sich vom 1. Januar nach dem 17. Geburtstag bis zum ordentlichen Rentenalter (64 Jahre für Frauen und 65 Jahre für Männer) oder bis zur Aufgabe der Erwerbstätigkeit, falls jemand über das ordentliche Rentenalter hinaus tätig ist. Nichterwerbstätige sind vom 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahrs bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters beitragspflichtig. Beitragslücken können eine Kürzung der AHV-Rente nach sich ziehen. Ein fehlendes Beitragsjahr führt im Prinzip zu einer Kürzung um mindestens 2,3 Prozent. Sind Sie nicht erwerbstätig, so werden ihre Beiträge als bezahlt erachtet, wenn ihre Ehegattin oder ihr Ehegatte bzw. ihre eingetragene Partnerin oder ihr eingetragener Partner erwerbstätig ist und ihre oder seine Beiträge – zusammen mit denjenigen des Arbeitgebers – mindestens das Doppelte des Mindestbeitrags (2 x 478 Franken = 956 Franken) ausmacht.

Gründe für Beitragslücken

Auf eine lückenlose Beitragsabrechnung müssen Sie besonders achten und zwar

  • wenn Sie viele und kurze Arbeitseinsätze bei verschiedenen Arbeitgebenden leisten;
  • bei einem längeren Auslandaufenthalt;
  • wenn Sie bei Unfall oder Krankheit Taggeldleistungen einer Versicherung beziehen;
  • wenn Sie während der Studienjahre keine AHV-Beiträge bezahlen.

Kontoauszug verlangen

Um zu prüfen, ob Beitragslücken bestehen, können Sie schriftlich oder via Internet (Link siehe unten) einen Gesamtauszug bestellen. Darin ist ersichtlich, ob solche Lücken bestehen. Innert 30 Tagen seit Zustellung des Auszugs können Sie bei der Ausgleichskasse eine Berichtigung verlangen.

Beitragslücken schliessen

Lücken können geschlossen werden, indem die fehlenden Beiträge nachbezahlt werden. Das ist aber nur möglich bei Lücken für Zeiten, in denen Sie in der Schweiz versichert waren und die während der letzten fünf Jahre entstanden sind. Weiter zurück sind keine Nachzahlungen möglich.

Gibt es Beitragslücken, weil Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber die Beiträge der Ausgleichskasse nicht entrichtet hat, müssen Sie nachweisen können, dass Sie in der fraglichen Zeit gearbeitet haben und dass Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber die AHV-Beiträge von Ihrem Lohn abgezogen hat. Gelingt dieser Beweis, werden die entsprechenden Einkommen gutgeschrieben – selbst dann, wenn die Ausgleichkasse die Beiträge bei der damaligen Arbeitgeberin, beim damaligen Arbeitgeber nicht mehr einfordern kann.

Wenn Sie eine Beitragslücke feststellen

Setzen Sie sich mit der Ausgleichskasse in Verbindung, die für den Beitragsbezug zuständig war, als die Beitragslücke entstand, oder mit derjenigen, die heute Ihre Beiträge bezieht. Liefern Sie Belege (z.B. Lohnausweise und -abrechnungen), die Ihre Lohnansprüche glaubhaft machen.

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Wohnsitzverlegung und / oder Erwerbstätigkeit im Ausland

  • Wenn Sie (nur Schweizer Staatsangehörige) in einem Staat, mit dem die Schweiz kein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat entweder im Dienst der Eidgenossenschaft oder einer vom Bund anerkannten internationalen Organisation oder Hilfsorganisation tätig sind, bleiben Sie in der Schweiz versichert.
  • Wenn Sie in einem Staat, mit dem die Schweiz kein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat, erwerbstätig sind und zugleich Ihren Wohnsitz in der Schweiz behalten, bleiben Sie in der Schweiz versichert.
  • Wenn Sie in einem Staat, mit dem die Schweiz ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat, erwerbstätig sind und zugleich Ihren Wohnsitz in der Schweiz behalten, können Sie bei gegebenen Voraussetzungen der Versicherung beitreten.
  • Wenn Sie die Schweiz verlassen und in einen EU/EFTA-Staat ziehen, können Sie nur in Sonderfällen in der AHV/IV/EO versichert bleiben (vgl. Merkblatt 880 «Die Schweiz verlassen und in einen Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) oder der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) ziehen»).
  • Sie ziehen in einen Nicht-EU/EFTA-Staat: Dann haben Sie die Möglichkeit, der freiwilligen AHV/IV beizutreten. Beachten Sie dazu die Angaben weiter unten sowie das Merkblatt „10.01 - Arbeitnehmende im Ausland und ihre Angehörigen“.

Freiwillige AHV / IV

Schweizer Staatsangehörige sowie Bürgerinnen und Bürger von EU-/EFTA-Staaten, die in ein Land ausserhalb der EU/EFTA übersiedeln, können der freiwilligen AHV/IV beitreten. Bedingung ist, dass sie zuletzt fünf Jahre in der obligatorischen AHV/IV/EO versichert waren. Sie müssen sich innerhalb eines Jahres bei den für ihren Wohnort zuständigen Schweizerischen Vertretungen (Botschaft oder Konsulat) oder bei der Schweizerischen Ausgleichskasse in Genf anmelden und Beiträge in der Höhe von 9,8 % ihres Einkommens bezahlen. Begleitende Ehegattinnen oder Ehegatten bzw. eingetragene Partnerinnen oder eingetragene Partner von freiwillig Versicherten sowie deren Kinder müssen sich eigenständig versichern.

Sind Sie nicht erwerbstätig, gelten ihre Beiträge als bezahlt, sofern die Ehegattin oder der Ehegatte bzw. die eingetragene Partnerin oder der eingetragene Partner erwerbstätig ist und Beiträge von mind. 1'828 Franken pro Jahr geleistet hat. Nichterwerbstätige Versicherte bezahlen einen Beitrag auf der Grundlage des Vermögens und Renteneinkommens. Der Mindestbeitrag beläuft sich in der freiwilligen Versicherung auf 914 Franken pro Jahr, der Maximalbeitrag auf 22'850 pro Jahr. Für weitere Details siehe Merkblatt „10.02 - Freiwillige Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung“.

Merkblätter zu den Sozialversicherungen im internationalen Kontext

Rückforderung der Sozialversicherungsbeiträge

Ausländerinnen und Ausländer, mit deren Heimatstaat die Schweiz kein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat, können die einbezahlten AHV-Beiträge zurückfordern und zwar den Arbeitnehmer- und den Arbeitgeberanteil, aber ohne Zinsen. Für die Rückvergütung der AHV-Beiträge gelten bestimmte Voraussetzungen, die zu beachten sind. Auskünfte erteilen die schweizerischen Botschaften und Konsulate.